Was ist Heroin?
Heroin ist ein illegales, stark süchtig machendes Opioid, das aus Morphin, einem natürlichen Stoff aus den Samenkapseln bestimmter Mohnpflanzen, hergestellt wird. Es tritt typischerweise als weißes oder braunes Pulver oder als schwarze, klebrige Substanz, bekannt als „Schwarzteerheroin“, auf.
In den Vereinigten Staaten ist Heroin als Betäubungsmittel der Liste I eingestuft, was bedeutet, dass es keine anerkannte medizinische Verwendung hat und ein hohes Missbrauchspotenzial birgt. Das meiste Straßenheroin ist mittlerweile mit starken synthetischen Opioiden wie Fentanyl verunreinigt, was das Risiko einer Überdosis drastisch erhöht.
Kurzfristige Wirkungen von Heroin
Nachdem Heroin ins Gehirn gelangt ist, wird es wieder in Morphin umgewandelt, was einen schnellen Rauschzustand auslöst, gefolgt von einer mehrstündigen Sedierung. Sofortige Auswirkungen sind:
Euphorie
Mundtrockenheit
Wärmegefühl auf der Haut
Schweregefühl in Armen und Beinen
Übelkeit und Erbrechen
Starker Juckreiz
Verwirrtheit
Wechsel zwischen Wachheit und Schläfrigkeit (Einnicken)
Langzeitfolgen und Gesundheit
Folgen
Chronischer Heroinkonsum führt zu schwerwiegenden körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen:
Toleranzentwicklung und Abhängigkeit: Um die gleiche Wirkung zu erzielen, wird immer mehr Heroin benötigt; Entzugserscheinungen treten auf.
Heroinsucht (Opioidkonsumstörung): Unkontrollierbares Verlangen nach der Droge trotz negativer Folgen.
Kollaps der Venen (durch chronischen Injektionskonsum)
Infektionskrankheiten: HIV, Hepatitis B und C durch gemeinsam genutzte Nadeln.
Herzklappenentzündung (Endokarditis), Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen.
Atemdepression – verlangsamte Atmung, die tödlich verlaufen kann.
Verstopfung und Magen-Darm-Erkrankungen.
Menstruationsstörungen und sexuelle Funktionsstörungen.
Hirnschädigung (Degeneration der weißen Substanz mit Auswirkungen auf Entscheidungsfindung, Verhaltenskontrolle und Stressreaktionen).
Lebensrettende Sicherheitshinweise (Schadensminimierung):
In den meisten Bundesstaaten gibt es Gesetze zum Schutz von Ersthelfern vor Strafverfolgung wegen Drogenbesitzes, wenn Sie in einem Notfall Hilfe suchen.
Verabreichen Sie Naloxon (Narcan). Naloxon ist ein Opioid-Antagonist, der die Wirkung einer Überdosis vorübergehend aufhebt. Es ist in den meisten Apotheken rezeptfrei erhältlich. Sprühen Sie es in ein Nasenloch; wiederholen Sie dies alle 2–3 Minuten, falls keine Reaktion erfolgt.
Führen Sie eine Beatmung durch. Geben Sie alle 5 Sekunden einen Atemzug.
Legen Sie die betroffene Person in die stabile Seitenlage, sobald die Atmung wieder einsetzt, um ein Ersticken durch Erbrochenes zu verhindern.
Bleiben Sie vor Ort, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Wirkung von Naloxon lässt nach 30–90 Minuten nach; die Person kann erneut aufhören zu atmen.
Wichtig: Lassen Sie die betroffene Person nicht allein. Legen Sie sie nicht in ein Eisbad und verabreichen Sie ihr keine anderen Medikamente als Naloxon.
Behandlung der Heroinabhängigkeit
Sucht ist eine behandelbare chronische Erkrankung. Zu den evidenzbasierten Behandlungen gehören:
Medikamentengestützte Therapie (MAT): Methadon, Buprenorphin oder Naltrexon (Vivitrol) – der Goldstandard zur Reduzierung von Rückfällen und Todesfällen durch Überdosierung.
Verhaltenstherapien: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), Kontingenzmanagement.
Stationäre Rehabilitation bei schwerer Sucht.



